Ein Couch-Tisch für mein Wohnzimmer
Nachdem mir sehr lange eine alte Schranktür auf 2 Kartons im Wohnzimmer als Tisch diente habe ich mich aufgerafft endlich einen richtigen Tisch zu beschaffen.
Natürlich hatte ich spezielle Vorstellungen wie dieses Möbelstück beschaffen sein sollte:
Es sollte optisch gut in mein Wohnzimmer passen und neben einer ausreichenden Fläche auch noch funktional sein.
Ganz nach dem Bauhaus Prinzip 'Form follows function' überlegte ich mir zuerst was mein Tisch können sollte.
Da er als niederieger Couch-Tisch mit abgestellten Gläsern und Knabberkram den Blick auf einen Film nicht behindern sollte, ich ihn aber zusätzlich zum Schreiben und Essen nutzen wollte stand fest, dass er höhenverstellbar sein müsste.
Ich erinnerte mich an diese gekachelten Tische, die sich mittels einer Handkurbel in der Höhe verstellen ließen. Mein Großvater hat noch so einen. Aber da gab es dann noch ein anderes Kriterium: wenn ich an einem Tisch esse, will ich meine Knie unter der Tischplatte haben. Ich müsste also den Tisch hochkurbeln (ließe sich ja auch motorisieren) und ihn dann noch zu mir hinziehen. Bei dem zu erwartenden Gewicht sicher keine angenehme Lösung, denn er sollte robust sein und was aushalten - wenn ihr versteht ;-)
Also sollte sich die Tischplatte sowohl in der Höhe, als auch in der Ebene verstellen lassen. Dabei sollte der Blick jedoch nicht auf ein nacktes Tisch-Skelett fallen sondern auf einen anständigen Unterbau. Dieser ließe sich dann auch als Stauraum für Zeitschriften oder Ähnliches verwenden - wie schön.
Mit diesen Vorgaben zog ich los. Angefangen bei lokalen Möbelhäusern bis zu den Discountern wie IKEA klapperte ich auch noch die umliegenden Städte ab und wälzte zuletzt Kataloge. Auch das Internet half mir nicht weiter. Aber immerhin hatte ich nun ein gute Vorstellung davon, was mich ein Tisch in der Größenordnung kosten würde: Zu viel Geld für zu wenig Stabilität, Funktion und/oder Optik.
Da beschloss ich die Sache mal wieder selbst in die Hand zu nehmen. Aber anders als beim Cerancontrol sollte diese Aktion in wenigen Tagen mit vertretbarem Aufwand abgeschlossen sein.
Ich plante zunächst aus meiner Idee heraus am Computer ein Modell und renderte dies gleich in ein Foto von meinem Wohnzimmer.
So konnte ich die Dimension und das Aussehen schon mal festlegen. Außerdem ist es eine nette Spielerei 3-dimensionale Computer Objekte in seine eigene Wohnung zu rendern.
Mit einer Liste der Einzelkomponenten und dem Wunsch das Möbel aus Stahl zu fertigen besorgte ich mir 4-Kant-Rohr, Flacheisen und Winkel. Die Flächen sollten dann aber doch aus Holz sein - aber wenigstens schön beschichtet.
Ich musste also die ganzen Stahl-Teile zuscheiden und Bohren. Da der Tisch schön verschraubt werden sollte, hab ich die Bohrlöcher ordentlich entgratet und angefast. Schließlich möchte man so ein Möbelstück zum Transport zerlegen, und nachher wieder ordentlich, ohne Verletzungen und vor allem genauso belastbar wie zuvor wieder aufbauen können. Ein komplett geschweißter Rahmen ist da genauso von Nachteil, wie Holzschrauben in Presspappe (Spanplatte).
Der Aufbau ging dann im Großen und ganzen ohne nennenswerte Pannen vonstatten. Lediglich meine unüberlegt durchgezogenen Schweißnähte an den Ecken musste ich wieder abflexen, da dort die Profile in den Ecken aufeinander stoßen.
An der Mechanik hab ich dann noch ein bischen herumgerechnet, damit die Tischplatte im ausgeklappten Zustand die richtige Position hat: meine Knie sollten nicht an das Tischgestell stoßen und meine Ellenbogen sollten schön auf der Platte aufliegen.
Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, auch wenn er (noch) nicht elektrisch verstellbar ist. Da mir der Farbton des Stahl-Gestells eigentlich ganz gut gefällt habe ich ihn auch nicht wie eigentlich geplant mit Anthrazit-Hammerschlag Lack angepinselt.
Nachtrag:
Im Zuge meiner Wohnungs-Umgestaltung habe ich den Tisch nocheinmal modifiziert:
Das zerlegte Stahlgerüst habe ich Glasperl-Strahlen lassen und mit Hammerite Klarlack Seidenmatt versiegelt.
Den hölzernen Seitenteilen habe ich endlich die geplanten Kantenumleimer verpasst.
So gefällt er mir doch besser. Nur die Schraubenköpfe muss ich jetzt noch nachbearbeiten, da Silber-Glänzend nicht gut zu Silber-Matt passt.
Vermutlich werde ich noch 2 Steckdosen in die Seiten Teile einbauen und bei der Gelegenheit auch gleich einen Motor für den Klapp-Mechanismus montieren.
Die Konsole für die Raum-Steuerung soll dann noch als gelaserte Edelstahl Platte in die Tischplatte eingelassen werden. Dann muss gut sein.
Wo ich grad dabei war hab ich dann noch einen neuen Computertisch gebastelt und den alten häßlichen weißen verschrottet:
Ein neuer Computer-Tisch
In einen 80mm Stahlrohr-Rahmen wird eine 40mm Arbeitsplatte in identischer Beschichtung (wie beim Couch-Tisch) mit 5mm Fuge eingelassen. Etwas zwischen den Rohren abgesenkt ermöglicht mir die Tischplatten-Höhe eine angenehme Haltung vor Tastatur und Monitor. Außerdem stört kein Tischbein beim gelegentlichen Beine Schwenken.
Die Öffnungen der Rohre habe ich mit exakt auf Innenmaß gelaserten 8mm V4A Edelstahl-Platten verschlossen.
Bei Gelegenheit wird auch dieser Tisch noch gestrahlt und lackiert werden.
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