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 Tourbericht Finnland - Fortsetzung  (Last Update: 28.9.2005 20:03)

Inselleben (Fortsetzung)
[Zurück zum ersten Teil der Finnland-Tour]

Sylvester

Zu Sylvester hatte jemand Wunderkerzen Bild mitgenommen und so gab es in der Abgeschiedenheit unserer Insel auch ein wenig Feuerwerk. Alkohol gab es nicht wirklich. Von der einzigen Flasche "guten" Whiskeys ist meines Wissens nach nur vom Besitzer genippt worden, aber sie sollte nicht umsonst den weiten Weg genommen haben. Dazu später mehr. Bild

Da wir ja nun 2 Autos an der Insel hatten gab es Sylvester eine kleine Neujahrsralley um die Insel. Dies war auch einer der wenigen Momente in denen es richtig schneite, also mit richtigen großen Schneeflocken. Leider war das Klima insgesammt zu trocken um auch nur einen Schneeball zu formen - ganz zu schweigen von dem Bau eines Iglus worauf ich mich eigentlich gefreut hatte.

Bemerkenswert auch die Entscheidung (und konsequente Durchführung) des einzigen Rauchers der Truppe im neuen Jahr mit dem Rauchen aufzuhören.
Für mich nicht ganz so erfreulich war die Tatsache eine Vegetarierin an Bord zu haben, die für sich beschlossen hatte nichts zu essen was irgendwie "süß" aussah. Und da ja bekanntlich alle Tiere süß aussehen haben wir dann auch alle auf Fleisch verzichtet. Obwohl ich vermutlich besser sagen sollte: ich habe darauf verzichtet und die anderen haben einfach keines gegessen.
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Nahrung
Zum Thema Ernährung möchte ich dann noch das Schnäppchen erwähnen was uns zuteil geworden war:
Bild Wir hatten Schwarzbrot in Dosen zu je 500g dabei, aus alten Armeebeständen, hergestellt 1988, haltbar bis zum Sankt Nimmerleinstag - immerhin für nur läppische 5 Euro, alle 30 Dosen.

Bei einem kurzen Trip ans Festland fiel Karsten und mir noch ein ganzer Sack Obst in die Hände. Mit etwas Milch und ein paar Eiern wurde aus matschigen Bananen auf der Veranda schnell ein leckeres Bananeneis welches ein jeder nach seinem Geschmack mit abgeschabten Schokoladen-Raspeln versüßen konnte.
Bild
Der Obstsalat fand nach bekannt werden seiner Herkunft dann am Tag darauf nicht mehr den größten Anklang, aber geschmeckt hat er trotzdem allen.

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High-Tech
Aus einer Orangenschale bastelte ich mit ein paar Kupfernägeln, die ich im Geräteschuppen gefunden hatte einen provisorischen Lautstärkeregler für unseren MP3 CD Player nachdem das eigentliche Poti beim Transport "gelitten" hatte.
Bild Dabei erzeugte ich einen Spannungsteiler, indem ich 2 Nägel in die Enden der Schale steckte und jeweils einen mit Masse und den anderen mit dem Signal vom Player verband. Das geregelte Signal für die Boxen griff ich mit einem dritten Nagel in der Mitte ab: für lautere Musik wurde der Nagel einfach näher an den Eingangsnagel gesteckt, so dass sich die Orangenscheibe alsbald als Verschleißteil herausstellte.
Positiver Nebeneffekt dabei war, dass man zum Schlafen gehen einen automatischen Fader hatte, der bei austrocknen der Schale die Musik langsam leiser werden ließ.

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Rückfahrt
Da alles einmal ein Ende hat machten wir uns einen Tag später als geplant dann auf den Rückweg.
Zunächst haben wir die beiden Autos, die wir an der Insel hatten bis unters Dach beladen. Den dritten Wagen hatten wir ja aufgrund seines Gewichtes am Festland stehen lassen.
Während sich eine Gruppe auf ihren Fußmarsch über das Eis machte gab es für die zurückgebliebenen Fahrer eine kleine Zitterpartie bei der Rückfahrt. Von knackenden Geräuschen begleitet fuhren die beladenen Autos über das Eis.
Am Festland wurde dann alles verladen und es ging Richtung Turku - diesmal ohne Zeitdruck.
Im Hafen angekommen kauften wir unsere Tickets für die Fährverbindungen und verbrachten die 20 min. Wartezeit mit der Suche nach einer Pizzeria, der Bestellung einer Pizza und dem Verschlingen eben dieser.
Die 12 stündige Überfahrt nach Stockholm verbrachten einige mit Schlafen, Shoppen, Sauna oder in der Bord-Disko (in die längst nicht jeder reinkam). Ich wage sogar die kühne These, dass wir 50-100% der Disko-Besucher sowie 100% der Sauna-Besucher ausgemacht haben.
Bei den Geldspielautomaten stand eine Wechselmaschine an der ich die Möglichkeit hatte noch schnell ein paar finnische Euromünzen zu ergattern.

Bild In Stockholm angekommen machten wir uns dann in aller Frische auf das schöne Schweden zu durchfahren. Im Morgengrauen machten wir dann noch einen kurzen Fotostop bevor sich unsere Reise dann jäh verzögerte.

Auf eisglatter Fahrbahn geriet das mittlere Fahrzeug außer Kontrolle und prallte in die Mittelleitplanke. Was bei uns in Deutschland ein breiter Blechstreifen ist, besteht in Schweden aus einem Stahlseil, das alle Paar Meter durch einen Metallpfosten läuft. Ein eben solcher hatte den hinteren Kotflügel der Autos schwer beschädigt.
Ein Polizeifahrzeug war wegen eines anderen Eis-Unfalls noch vor Ort, und während der kleinste Wagen vorneweg auf meinen Funkspruch wegen des Unfalls bremste und in den Graben rutschte hatten die Polizisten die Gefahrenstelle um unser verunglücktes Fahrzeug bereits abgesichert. Nachdem feststand das niemand zu Schaden gekommen war hätten wir beinahe noch den knapp verfehlten Leitpfosten am Straßenrand bezahlen müssen.
Auf jeden Fall mussten wir die Strasse räumen sonst hätte man den Abschleppdienst gerufen.
Also haben wir das Auto erstmal an den Fahrbahnrand geschoben und uns den Schaden genauer angesehen. Kurz darauf stand fest, das es sich "nur" um einen Blechschaden handelte und die Fahrtüchtigkeit des Fahrzeugs gewährleistet war - selbst die Türen schlossen noch. Leider war der Reifen eingequetscht und ein Bewegen hätte ihn direkt zerstört. Also war Ausbeulen angesagt.
Bild Einige gebrochene Hammer-, Axt- und Spatenstiele später hatten wir das Blech dann mit einer Großen Wasserpumpenzange soweit zurückgebogen, das bei entlastetem Fahrwerk der Reifen sich wieder ungehindert drehen konnte. Nach Abschätzung der Lage und Aufnahme der Personalien verschwand die Polizei dann wieder und wir teilten das Gepäck sowie die Insassen des Unglücksfahrzeugs auf die anderen beiden Autos auf. Zusammengedrängt und im Schneckentempo steuerten wir die nächste Ausfahrt an auf der Suche nach einer besseren Reperaturmöglichkeit.
Eine Tankstelle fanden wir bald, doch leider keine Werkstatt und auch kein passendes Gerät um den Kotflügel weiter auszubeulen. Nachdem man noch für einen schlechten Euro-Kurs eine 12V Kaffemaschine erworben hatte kam uns das Glück zu Hilfe: Ein zufällig vorbeifahrender Trecker mit aufgesetzter Stapelgabel.

Bild In Millimeterarbeit manövrierte der Fahrer die Gabel in den Radkasten und hob das Auto mehrere Male in die Höhe bis sich das Blech soweit verformt hatte, das wieder genug Platz zum Reifen gegeben war. Als Dankeschön konnten wir dem hilfsbereiten Schweden die Wiskeyflasche schenken, welche er sogleich in seinem Trecker verstaute.

Die Fahrt in Richtung Helsingborg konnte endlich weitergehen. Gut, dass wir im Gegensatz zur Hinfahrt nicht auf eine bestimmte Fähre angewiesen waren.
So machten wir noch einen gemütlichen Zwischenstop an einem Supermarkt und nahmen ersteinmal eine Mahlzeit zu uns um dann gestärkt den letzten Teil der Heimreise antreten zukönnen.
Auf der letzten Fähre von Dänemark nach Deutschland dann machten wir eine grobe Abrechnung um eine erste Bilanz ziehen zu können. Hier waren bereits alle so müde, dass eine erwartungsgemäße Diskussion ausblieb.
Diese allgemeine Müdigkeit führte dann wenige Kilometer vor dem Ruhrgebiet zu einer Parkplatzrast mit Nickerchen die sich alle viertel Stunde dann um eine weitere verlängerte. Nach einer knappen Stunde Schlaf waren wir uns dann einig, dass wir das letzte Stück auch noch bewältigen würden und fuhren weiter. Ich muss sagen, dass ich nach 42 Stunden abzüglich dieser Pause und einem kurzen Nickerchen auf der Fähre doch verdammt müde war und mich nur die damit verbundene Kälte und der Drang die Blase zu entleeren vor dem Schlaf am Steuer bewahrt haben. (Das nächste Mal will ich einen Mitfahrer zur Ablösung so wie die anderen beiden - aber das ist eine andere Geschichte.)

Bild In Bochum angekommen sah ich dann den ersten Schnee in diesem Winter und wir machten uns zügig daran das Gepäck auszuladen und die restlichen Lebensmittel zu verteilen. Das Müsli war schnell weg, aber die Dosen mit den Panzerplatten hielten sich hartnäckig.
Nach einem bis heute endgültigen Kassensturz zog dann ein jeder mit seinem Gepäck von dannen.

Bei einem Nachtreffen mit Foto- und Meinungsaustausch waren wir uns dann nochmal alle einig das es eine super schöne Tour gewesen war...


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Bilder Galerie
Das sind die Fotos von der Wintertour 2002/2003 nach Finnland.

Gruppenfoto

Gruppenfoto
Auto im Sonnenuntergang

Auto im Sonnenuntergang
Auto auf dem Eis

Auto auf dem Eis
Auto auf dem Eis

Auto auf dem Eis
Auto auf dem Eis

Auto auf dem Eis
Pier

Pier
Am Ufer

Am Ufer
Propellerschlitten

Propellerschlitten
Propellerschlitten

Propellerschlitten
Propellerschlitten

Propellerschlitten
Propellerschlitten

Propellerschlitten
Propellerschlitten

Propellerschlitten
Propellerschlitten

Propellerschlitten
Propellerboot

Propellerboot
Eisloch

Eisloch
Eisbaden

Eisbaden
Boje im Eis

Boje im Eis
Idylle

Idylle
Idylle

Idylle
Kettensäge

Kettensäge
Hüttenromantik

Hüttenromantik
Panzerplatten

Panzerplatten
Holz hacken

Holz hacken
Holz sägen

Holz sägen
Leitpfosten

Leitpfosten
Unfall

Unfall
Ausbeulen

Ausbeulen
Ausbeulen

Ausbeulen

Zum vergrößern der Bilder einfach draufklicken. Weitere Erklärungen stehen auf den Seiten der einzelnen Bilder.
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